Alles wissen, trotzdem blöd - vom Elend der Mediengesellschaft:
Einem aktuellen Thema galt der letzte „Treffpunkt-Oase“ in der Langenbrander Ulrichskirche: dem „Elend der Mediengesellschaft“, mit dem Referenten und Schuldekan Reinhard Zimmerling aus Calw – im Bild umgeben vom Moderatorenteam Miriam Hiesch und Karlheinz Walz. An den Millionen von Einträgen in den Suchmaschinen, etwa 7 Mill. zum Begriff „Gott“ machte Zimmerling das erste Problem deutlich: die gigantische Fülle von Informationen. „Wir drohen in den Wissensfluten zu ersaufen“. Dringend stelle sich die Frage: Was muß man wissen; was ist wissenswert? Was ist demnach, so der für den evangelischen Religionsunterricht in den Schulen zuständige Fachmann, als Allgemeinwissen zu lernen? Man könne tausend Dinge tun; menschenmöglich ist meist nur eine Sache. Hier auszuwählen und zur Entscheidung zu stehen, sei manchmal ganz schön anstrengend..
Als zweites „Elend“ benannte der Referent die virtuelle Welt. „Früher reiste man mit Jules Verne in 70 Tagen um die Welt; heute umkreisen einen 70 Welten an einem Tag“. Mit einem Mausklick kann man zur nächsten springen, und mit solch einer unverbindlichen Einstellung sei für manche die echte Welt nicht mehr zu bewältigen. Aber hier müsse man klar kommen, Schwierigkeiten aushalten, miteinander umgehen und reden lernen.
Das dritte Kernproblem sei die Orientierungslosigkeit. Das Internet kenne keine Maßstäbe und zeige nicht auf, worauf sich ein Mensch verlassen könne.
Was muß es bei aller Medienvielfalt weiterhin geben, damit Leben gelingt? Mit dieser Frage forderte der Referent die Hörergemeinde zu eigenem Austausch mit dem jeweiligen Sitznachbarn auf. Selber nannte er abschließend die Stichworte Vorbilder und Maßstäbe, Achtung der Mitmenschen und Toleranz, Beziehungen und Gemeinschaft. „Ein Menschenkind braucht Hoffnung, die es zum nächsten Schritt befähigt“. Das Bild der Bibel vom Guten Hirten, der Menschen zur Ruhe einlädt und zu den Quellen führt, rundete schließlich das Referat positiv ab. – Die Reihe der gutbesuchten und mit moderner Musik begleiteten Zweitgottesdienste in Langenbrand wird fortgesetzt am 18.10.2009, wo Andi Jägerns zum Thema Freiheit referie